Replik zum SRF-Beitrag: „Die neue Realität der Terror-Bedrohung“​

Gerade heute ist DISpositiv auf ein Problem gestossen, dass uns sehr ärgert. Und zwar geht es um einen Artikel im Schweizer Radio und Fernsehen, bei dem der Straftäter mit Diagnose genannt wird. Klar, eine Straftat ist zu bestrafen,aber diese Person öffentlich zu entblössen, indem man die psychische Diagnose nennt, ich denke das ist nicht nötig bzw.verstösst aus meiner Sicht ganz klar gegen das Arztgeheimnis. Es sind genau solche Beiträge, die mich aufwühlen undvon denen ich denke: hat denn nach all der Aufklärung bezüglich psychischer Erkrankungen kein Wandel stattgefunden!

Hier geht es nicht nur um die dissoziative Identitätsstörung (DIS), sondern um alle Erkrankungen allgemein. Die DIS imZusammenhang mit der Justiz habe ich in einem  früheren Beitrag ausführlich dargestellt. Besonders stigmatisiert nebender DIS ist das Krankheitsbild der Schizophrenie. Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Verzerrungen der Realität sollenGründe sein, weshalb eine Person eine Straftat begeht. Klar kann das passieren. Doch sind deshalb gleich alleschizophrenen Betroffenen potenzielle Straftäter und, ich zitiere den Artikel, „mit der Diagnose Schizophrenie […] nichtin ein Hotelzimmer […], sondern hätten in eine geschlossene Klinik gehört.“

Was mich an diesem Beitrag von SRF zusätzlich besonders stört ist die Wortwahl: entweder ist es ein Terrorist oder ein“Verrückter“ oder gemäss den Autor:innen des Artikels eine Mischung aus beidem, was eine „noch grössere Bedrohung“darstellen soll.

Die Schizophrenie ist selten. Dass sich ein Jugendlicher oder ein Erwachsener radikalisiert ebenfalls. Wie gross ist danndie Wahrscheinlichkeit, dass diese Kombination auftritt und damit eine neue Bedrohung darstellt? (das ist eine rhetorischeFrage)

Ich bin der Meinung, dass identifizierbare Daten, Erkrankungen, Religion und Nationalität bei Straftaten nicht mehrgenannt werden sollen. Denn welchen Mehrwert bieten diese Attribute? Sie sind nicht förderlich für die Hinterbliebenenund weder für den:die Täter:in  noch für den:die Beobachter:in. Eine Straftat bleibt eine Straftat – egal von wem mitirgendwelchen Eigenschaften – blaue Augen, Linkshänder, Veganer. Die Nennung der psychiatrischen Diagnose und z.B.der Nationalität schürt Misstrauen gegenüber diesen vulnerablen Bevölkerungsgruppen und führt zu Stigmatisierung,Vorurteilen und Stereotypen. 

Ich hoffe liebes SRF, dass ihr euch beim nächsten Beitrag gut überlegt, welchen Mehrwert die Nennung der Diagnosebietet und ob da nicht eine grössere Bevölkerungsgruppe in eine Schublade gesteckt wird. Ihr, die Medien, habt eurenAnteil an der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen – es ist an der Zeit, mit der Zeit zu gehen und sich differenziertmit dem Thema zu beschäftigen.

–Svea

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