Let’s talk about: Depression

Depressionen (aus dem Lateinischen depressio = Niederdrücken) sind in unseren Breitengraden keine seltene Erkrankung. Rund 16-20% der Bevölkerung durchleidet mindestens einmal im Leben eine Depression, wobei Frauen leicht häufiger betroffen sind. (Amboss) Bei Verwandten ersten Grades oder Zwillingen von Betroffenen ist das Risiko noch grösser. Ursachen sind vielfältig und reichen von biologischen Faktoren (Genetik, Neurotransmitterstörungen, Hormone etc.) hin zu psychischen Faktoren (Trauma, Persönlichkeitsfaktoren). Ein besonders interessantes Konzept ist die erlernte Hilflosigkeit nach Seligman. Diesem liegt das Phänomen zu Grunde, dass Menschen die „gefühlte Hilflosigkeit einer subjektiv oder objektiv ausweglosen Situation auf ihr eigenes Verhalten übertragen […] und nicht mehr in der Lage sind kontrollierbare Ereignisse zu bewältigen.“ (Amboss). Depressionen können jedoch auch organisch bedingt sein d.h. eine körperliche Ursachen haben wie beispielsweise Krebs, Demenz, Blutarmut und andere.

DIskutiert wird die sog. Monoamin-Hypothese. Monoamine sind Neurotransmitter (vermitteln zwischen Nervenzellen) wie Serotonin und Noradrenalin. Viele Antidepressiva setzen hier an, indem sie die Wiederaufnahme dieser Neurotransmitter in die Nervenzelle (-> verlängert Wirkung) hemmen. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass eine Depression aus einem Serotonin-/Noradrenalinmangel resultiert. Nicht jede Depression ist eine klassische Depression und es gibt viele verschiedene diagnostische Feinheiten wie beispielsweise:

  • Depressive Episode
  • rezidivierende depressive Episode (wiederkehrende depressive Phasen)
  • Bipolare Störung (vorgängig manische Phase)
  • Anpassungsstörung (psychosoziale Belastung vorliegend)
  • Dysthymie (Dauer >2 Jahre)

In der Folge soll es um die klassische depressive Episode gehen. Die anderen Diagnosen werden in separaten Artikeln behandelt. Symptome einer Depression sind vielfältig. Wichtig ist, dass die Dauer mindestens 2 Wochen anhält und mind. 4 der folgenden 10 und 2 der ersten 3 Symptome vorliegen: (ICD-10)

  1. Depressive Stimmung
  2. Verlust von Interesse und Freude
  3. Ermüdbarkeit und Energieverlust
  4. Verlust von Selbstvertrauen
  5. Schuldgefühle
  6. Suizidgedanken und suizidales Verhalten
  7. Verminderung der Konzentration
  8. agitiert-unruhig oder gehemmt-verlangsamt
  9. Schlafstörungen
  10. Änderungen des Appetits

Na, erkennt ihr euch in einigen Punkten wieder? Jeder weist das eine oder andere Symptom regelmässig auf. Es ist jedoch die Kombination von Symptomen sowie die Dauer der Symptome, die die Diagnose einer klassischen depressiven Episode ausmachen. Auch ich habe eine schwere depressive Episode hinter mir und kann euch sagen: Das hat nichts zu tun mit „Nicht-Wollen“ oder „Faulheit“, sondern man ist in dieser Situation wie gelähmt und der persönliche Leidensdruck ist dabei sehr gross. Was man therapeutisch dagegen machen kann werde ich an anderer Stelle eingehen, weil es so ein grosses Thema ist. Was mir persönlich damals am meisten geholfen hat, ist eine Tagesstruktur, sprich am Morgen einen Grund zu haben, um aufzustehen und pro Tag 1-2 Termine zu haben, an denen ich mich aus dem Haus bewegen muss. Manchmal funktioniert das wie bei mir nur mit Unterstützung von aussen.

Es ist wichtig, dass man in dieser Situation jede Hilfe annimmt, die man bekommt. Alleine aus einer solchen Situation herauszukommen ist schwierig – aber nicht unmöglich. Ich hoffe, ich konnte euch einen kurzen Überblick über die Depression geben und hoffe, dass ihr vor allem, den letzten Absatz berücksichtigt. Denn, der Weg hin zu suizidalem Verhalten ist nicht weit und diese Menschen brauchen dringend Hilfe – im Privaten als auch professionell.

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