Als DIS-Patientin beim Chirurgen

Inzwischen kennt Ihr mich schon ziemlich gut. Ich gebe viel aus meinem Alltag preis und beleuchte dabei positive wie auch negative Dinge. Heute möchte ich mit euch eine lustige Anekdote teilen. Nämlich, wie es zu und her geht, wenn ich einen Arztbesuch wahrnehme. Ich rede nicht vom Besuch beim Psychiater – das wäre ein anderes Thema, sondern vom Besuch eines Orthopädischen Chirurgen. Aus meiner Zeit als Fussball-Halbprofi resultierten kaputte Sprunggelenke, die mir immer wieder Probleme bereiten. Heute steht wieder einmal nach einem Unfall ein Arztbesuch an, bei dem es um die Entscheidung geht, ob erneut operiert werden soll oder nicht. Ihr könnt euch vorstellen – nicht alle in meiner WG sind derselben Meinung und manche vertreten ihre Meinung stärker als andere.

Svea’s Reaktion auf kritische Stimmen.

Eins vorneweg: Mein Orthopäde weiss nichts von meiner DIS-Erkrankung und wird daher auch nicht dementsprechend reagieren. Über diesen Umstand bin ich ziemlich froh, denn ich will bei somatischen (=physischen) Erkrankungen die nüchterne Meinung des Spezialisten, unabhängig davon welche psychische Erkrankung ich habe. Klar, man könnte sich darüber streiten, ob ein Orthopäde von der DIS Kenntnis haben soll. Ich denke aber, es ist nur logisch, dass das Wissen nicht so breit gestreut hat, dass selbst Orthopäden davon Kenntnis haben (so wie es umgekehrt bei orthopädischen Krankheitsbildern wenig Wissen bei Psychiatern gibt). Aus einem bestimmten Grund sind aus Medizinstudenten Spezialisten geworden.

Nun geht es also zum Arzt. Wir haben in der WG-Sitzung vom Vorabend ausgemacht, dass Chantal während dieser Zeit vorne sein wird. Damit waren nicht ganz alle einverstanden. Bobby und Toby erhoben ebenfalls den Anspruch während dieser Zeit den Lead zu haben. Demokratisch wurde dann aber für Chantal gestimmt, da sie pragmatisch denkt und von Medizin auch etwas versteht. Weiter wurden die kleinen verletzlichen Anteile Kiki, Lena und die kleine Lena in ihren mentalen Rückzugsort geschickt, während Svea vorne Wache hält. Svea hat eine ganz pointierte Meinung bzgl. OP oder nicht. Sie will, dass der Sch… endlich einmal geflickt wird, damit mal Ruhe herrscht – danke Svea für deinen Input 😉

Emily spricht sich auch für eine OP aus. Sie ist traurig, dass immer wieder Unfälle passieren und wir wieder Schmerzen verspüren. Tim ist es eigentlich ziemlich egal. Er kann die Konsequenzen (u.a. Arthrose) noch nicht wirklich abschätzen – typisch Teenager. Als wir beim Arzt sitzen, reden alle wild durcheinander. Mir (Chantal) fällt es schwer mich zu konzentrieren und mich zu artikulieren. Ich atme 3x tief durch und versuche die Stimmen der anderen zu ignorieren. Sie sind ja nicht böswillig, aber sie stören und verhindern, dass ich die Dinge klar sehen kann. Zum Glück habe ich einen verständnisvollen Arzt, der auch mal was wiederholt, wenn ich es gerade nicht verstanden habe.

Die Würfel sind gefallen – es wird also eine Operation. Dies wird eine echte Herausforderung für meine WG, da Operationen generell mit schlechten Erinnerungen verbunden sind. Wie wir uns darauf vorbereiten und was es zu beachten gilt – dazu in einem weiteren Beitrag. Bis dahin – „BE MANY!“

–Chantal (Notiz: der Text ist schon ein paar Monate her)

Kostenlose psychologische Beratung für IV-Empfänger:innen

Es ist so weit: Ich gründe gerade mein erstes eigenes Unternehmen (Mental Pieces Inh. Ruchti). Wieso tue ich dies? Wie ich euch schon mal erzählt habe, studiere ich derzeit an der FernUni Psychologie, was ziemlich gut läuft, obwohl ich mit meinen DIS-Ausfällen immer wieder Dinge verpasse. Bis jetzt habe ich es aber einigermassen im Griff.„Kostenlose psychologische Beratung für IV-Empfänger:innen“ weiterlesen

Let’s talk about: Depression

Depressionen (aus dem Lateinischen depressio = Niederdrücken) sind in unseren Breitengraden keine seltene Erkrankung. Rund 16-20% der Bevölkerung durchleidet mindestens einmal im Leben eine Depression, wobei Frauen leicht häufiger betroffen sind. (Amboss) Bei Verwandten ersten Grades oder Zwillingen von Betroffenen ist das Risiko noch grösser. Ursachen sind vielfältig und reichen von biologischen Faktoren (Genetik, Neurotransmitterstörungen,„Let’s talk about: Depression“ weiterlesen

Erste Selbsthilfegruppe für Personen mit dissoziativer Identitätsstruktur u./o. DIS

Liebe Community, Zusammen mit Netzwerk: Trauma & Dissoziation und DISpositiv wurde die erste Selsbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Sie findet das erste Mal wie folgt statt: Wann: 29.11.22 um 19.30 UhrWie: Online (Zoom)Wer: Betroffene mit einer dissoziativen Identitätsstruktur/dissoziativen Identitätsstörung. Anmelden müsst ihr euch hier: Wäre schön, wenn sich noch ein paar anschliessen würden! Mehr Informationen findet„Erste Selbsthilfegruppe für Personen mit dissoziativer Identitätsstruktur u./o. DIS“ weiterlesen

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