Wieso die Mad Pride wichtig ist!

In den letzten Wochen habe ich sehr viel Werbung für die sogenannte Mad Pride Switzerland gemacht. Doch wisst Ihr überhaupt um was es dabei geht? Ich kläre euch auf. Die heute stattfindende Mad Pride setzt sich zum Ziel, die psychische Gesundheit zu enttabuisieren und auf psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen. Leider ist es noch heute so, dass psychisch Kranke systematisch stigmatisiert und anders behandelt werden, als körperlich kranke Menschen. Umso wichtiger ist es, ein Zeichen zu setzen und dies aus verschiedenen Gründen:

  • Die Mad Pride gibt psychisch Kranken und allen Personen, die sich für deren Entstigmatisierung einsetzen, eine Plattform. Denn oft haben psychisch Kranke keine Stimme oder werden nicht angehört. Ihr alle kennt das Vorurteil, dass die Erkrankung nur vom „Willen“ der jeweiligen Person abhängt. Natürlich völliger Bullshit.
  • Die mediale Aufmerksamkeit, die die Mad Pride erfährt, könnte Spenden für entsprechenden Non-Profit- und Gesundheitsinstitutionen generieren. So könnten psychisch Kranke von schnellerer Hilfe und besserer Versorgung profitieren. Weiter hat das Reden über psychische Erkrankungen in den Medien einen positiven Effekt bei Betroffenen selbst. Man sieht, dass man mit seinem Problem nicht alleine ist.
  • An der Mad Pride nehmen viele direkt oder indirekt Betroffene teil und erfahren so ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Ich denke, dass dieser Aspekt enorm wichtig ist, da man sich selbst als Teil eines Ganzen fühlt.
  • Wenn sich Betroffene an der Mad Pride zusammenschliessen hat das auch eine wunderbare Wirkung gegen aussen. Psychische Erkrankungen werden sichtbarer, fassbarer und nahbarer für Menschen, die nicht so oft damit in Berührung kommen. Das könnte Berührungsängste minimieren, was ich persönlich sehr wichtig finde.
Ich habe einen Vogel 🙂 und das ganz offiziell. So feiere ich meine eigene Mad Pride.

Ihr seht die Mad Pride hat viele positive Aspekte, wobei die Liste natürlich nicht vollständig ist. Ein bisschen schade ist, dass sie dieses Jahr gleichzeitig mit der Zurich Pride stattfindet. Ich denke, dass viele Menschen aus der LGTBIQ+-Bewegung auch gerne an der Mad Pride teilgenommen hätten und umgekehrt. Ich denke, dass es da Überschneidungen gibt.

Ich finde es wichtig, über psychische Erkrankungen öffentlich zu sprechen und dabei auch nicht vor Tabus zurückzuschrecken. Nur so kann erreicht werden, dass psychischen Erkrankungen derselbe Stellenwert zukommt wie beispielsweise körperlichen Erkrankungen. Ich glaube niemand wirft einem Patienten mit Beinbruch vor, dass es nur an seinem Willen liege, dass er krank ist. Es gibt noch viel Arbeit. Umso wichtiger ist das Engagement wie beispielsweise das Schreiben von Blogs wie dieser, um auf uns aufmerksam zu machen und uns eine Stimme zu geben. Meist sind psychische Erkrankungen total anders, als sie in den Medien dargestellt werden (danke Hollywood).

Es gibt noch viel zu tun. Aber ich kann euch versichern, dass ich für mich sagen kann, dass ich ausdauernd bin und nicht aufgebe, bis psychische Erkrankungen in der breiten Öffentlichkeit anerkannt und nicht mehr so vorurteilsbehaftet sind. Jetzt feiere ich erstmal meine eigene Mad Pride. Leider ist es mir in diesem Jahr nicht möglich direkt daran teilzunehmen, weil mich Corona flachgelegt hat. Etwas feiern werde ich doch – zumindest mit Orangensaft 🙂

–Toby

Neue Zusammenarbeit mit Netzwerk: Trauma & Dissoziation

Liebe Community, Wie in allen Dingen des Lebens – man entwickelt sich stets weiter. „Be Many!“, ein Blog der primär aus dem Nähkästchen im Leben einer Patientin mit einer dissoziativen Identitätsstörung (DIS) erzählt, wagt einen Schritt in den nächsten „Lebensabschnitt“: Ab sofort arbeitet „Be Many!“ mit der Online-Plattform Netzwerk: Trauma & Dissoziation zusammen. Klingt ähnlich?„Neue Zusammenarbeit mit Netzwerk: Trauma & Dissoziation“ weiterlesen

Wie man als DIS-Patientin den Tag dokumentieren kann

An anderer Stelle dieses Blogs habe ich bereits von der Wichtigkeit des Tagebuchs im Leben einer Person mit dissoziativer Identitätsstörung erwähnt. Wie Ihr wisst, habe ich lange mit der Diagnose der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (Typ Borderline) gelebt. Dort lernte ich die sogenannte dialektisch behaviorale Therapie (DBT) nach Linehan kennen. Linehan war selbst Borderline-Patientin und entwickelte diese„Wie man als DIS-Patientin den Tag dokumentieren kann“ weiterlesen

Wenn die Begleitdiagnose keine Nebensache ist

Als eifrige Leser meiner Beiträge zur dissoziativen Identitätsstörung (DIS) wisst ihr, dass dieses Krankheitsbild selten allein auftritt. Fast immer geht es mit der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) einher, welche durch das Wiedererleben der traumatischen Situationen (Flashbacks, Intrusionen), dem Vermeiden von Dingen, die einen an das Erlebnis erinnern und dem erhöhten Gefühl des Bedrohtseins charakterisiert ist. Auch„Wenn die Begleitdiagnose keine Nebensache ist“ weiterlesen

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